Kategorien
Blog

Über die Natur und das Leben

Ab und zu gehe ich echt gern nach draußen in die Natur mit dem Fahrrad oder wandern. Es ist einfach schön, verschiedene Landschaften, verschiedene Pflanzen und Tiere zu sehen und etwas Neues zu entdecken.

Natürlich leben wir auf einem Planeten, der wie ein Gefängnis ist, und viele Menschen sind sehr eingeschränkt, einfach dorthin zu gehen, wo sie hin wollen, weil sie einfach nicht das Geld haben, oder weil sie vielleicht einen Reisepass haben, der es ihnen nicht erlaubt, in einen anderen Stamm einzureisen. In diesem Artikel geht es aber über den Park in deiner Stadt, den öffentlichen Strand, der sich in der Nähe befinden könnte, oder den Wald in deiner Nähe. Diese Dinge sind normalerweise frei zugänglich.

Ich bin zum Beispiel in einem kleinen Dorf im Naturpark Obere Donau aufgewachsen und vor nicht allzu langer Zeit hab ich erkannt, wie erstaunlich diese Gegend wirklich ist. Natürlich spreche ich über den landschaftlichen Aspekt davon – nicht über die Kultur! Die Kultur ist abgefuckt, wie ich in einem anderen Artikel erklärt hab.

Um dir einen Eindruck zu geben, sind hier ein paar Bilder, die ich während ein paar Fahrradtouren in diesem Sommer gemacht hab:

Ich bin sicher, dass es für manche Leute langweilig klingt, mit dem Fahrrad in die Natur zu fahren oder zu wandern, aber es kann nicht nur entspannend und angenehm sein, sondern auch erstaunlich, wenn du an die Komplexität hinter scheinbar einfachen Dingen wie einem Baum denkst. Nimm einen normalen Baum. Er hat einen Stamm, Wurzeln unter der Erde und ein paar Blätter. Das ist nicht gerade beeindruckend, oder?

Aber hast du eine Ahnung von den verborgenen Prozessen, die tagtäglich in den Blättern passieren, wie die Photosynthese? Der chemische Prozess der Umwandlung von Kohlendioxid und Wasser in Kohlenhydrate mit ‚Hilfe‘ des Sonnenlichts? Und wusstest du, dass das Licht von der Sonne, das durch Kernfusion entsteht, 8 Minuten und 20 Sekunden lang ‚reist‘ und dann das Blatt im Baum erreicht?

Und dann gibt es Sauerstoffmoleküle, die zufällig als Nebenprodukt von der Photosynthese freigesetzt werden, und vielleicht werden ein paar dieser Moleküle von dir eingeatmet und in deine Lunge aufgenommen, wo sie in deinen Blutkreislauf gelangen und die Zellen deines Körpers erreichen – und das lässt diese Zellen richtig funktionieren, denn wenn sie keinen Sauerstoff bekommen, sterben sie letztendlich ab, und du auch…

Es ist faszinierend, wenn du darüber nachdenkst.

Dann kannst du darüber nachdenken, wie um alles in der Welt das Wasser in 20 oder 30 Meter Höhe die Blätter erreicht. Den ganzen Weg von den Wurzeln. Und wenn du online danach suchst, wirst du herausfinden, dass es beeindruckender ist als jeder Film mit einer erfundenen Geschichte:

Wenn du es noch genauer wissen willst, dann schau dir dieses Video an, in dem erklärt wird, dass ein Unterdruck von minus mehreren Atmosphären entsteht.

Erstaunlich, oder?

Und dann denk an das Netz unter der Erde, das aus Pilzen besteht und ganze Ökosysteme miteinander verbindet:

… Unglaublich!

Du siehst also, die Welt um uns herum ist in Wirklichkeit sehr komplex und erstaunlich. Es gibt so viele verborgene Prozesse und chemische Reaktionen, die sich Tag für Tag entfalten, und doch sind wir uns wahrscheinlich einiger oder der meisten dieser Dinge gar nicht bewusst.

Und dann versuche einfach an andere Planeten, Sterne und Schwarze Löcher zu denken, die weit entfernt sind. Das ist ein Foto, das ich gemacht habe, als ich gezeltet habe und mir die Sterne angeschaut hab, um über das Universum nachzudenken und darüber, was dort draußen alles sein könnte …

Ich weiß noch, als ich jünger war und mit meinen Eltern eigentlich nicht gerne gewandert bin. Damals war es langweilig, und mit etwa 14 Jahren hab ich mehr Fernsehn geschaut und Pokemon auf meinem Nintendo Gameboy oder Fußball Manager auf unserem Computer gespielt. Wenn ich gewusst hätte, wie erstaunlich eigentlich alles wirklich ist…

Es ist bedauerlich, dass die Mehrheit der jungen Menschen in unserer beschissenen Handelskultur aufwächst, in der sie zu Arbeitern und Konsumenten erzogen werden und ihre Neugierde auf die reale Welt erst später oder gar nie geweckt wird.

Vor etwa 2 Wochen hab ich Seb & Sofie in Kopenhagen besucht und wir hatten eine so großartige Zeit zusammen. Wir haben gezeltet, sind geschwommen, haben gelacht, gespielt, geredet, gelesen und unsere Zeit genossen auf diesem wunderbaren Planeten Erde, der irgendwo im Weltraum ’schwebt‘.

Nicht nur dort hab ich über all den Stress, die Hektik und das unnötige Leiden auf unserem Planeten nachgedacht. Menschen müssen als Sklaven in beschissenen Jobs arbeiten, um in dieser Welt leben zu können, Bürokratie macht das Leben der Menschen unnötig kompliziert, und Regeln und Gesetze versuchen menschliches Verhalten zu kontrollieren, gehen aber eigentlich nicht die Ursache an, was Menschen dazu bringt, sich schlecht zu verhalten.

Die Menschheit sollte nicht auf diese Weise versklavt werden. Ich hab das Gefühl, dass Menschen in einer vernünftigeren Zukunft (falls es je eine geben wird) zurückblicken und über die Dummheit und Primitivität der gegenwärtigen Gesellschaft nachdenken würden.

Manchmal denke ich auch, dass es so ungerecht ist, dass ich das „Glück“ hab, alles zu haben was ich brauche, und ich würde mich freuen, wenn jeder Mensch nicht ums Überleben kämpfen müsste. Manchmal macht es mich wütend, verwirrt, traurig, deprimiert und gibt mir ein Gefühl der Ohnmacht, da ich nicht die ganze Welt retten kann. Wenn du das also das hier liest und ab und zu ähnliche Gefühle hast, du bist nicht allein 🙂

Als ich mit meinem guten Freund Rafa darüber geredet hab, hat er mir ein interessantes Video geschickt. Es geht darum, wenn du denkst, dass das, was du tust, keinen Unterschied macht, es nicht bedeutet, dass das auch wahr ist:

Es ist schwierig, sich in dieser Welt zurechtzufinden, ich weiß. Menschen rutschen leicht in egozentrisches, ignorantes und profitorientiertes Verhalten ab, weil unser weltweites, auf Handel basierendes Umfeld sie zu diesen Verhaltensweisen drängt.

Ich persönlich versuche also, mich so weit wie möglich vom Handel fernzuhalten und dem Leben mit optimistischem Nihilismus zu begegnen:

Wenn du das nächste Mal über das ‚Schlechte‘ in dieser Welt nachdenkst, denk immer daran, dass es unsere handelsbasierte Gesellschaft ist, die alles versaut, und versuche, deine Wut gegen den Handel zu kanalisieren, und nicht gegen dich selbst, andere Menschen oder irgendetwas anderes. Vielleicht kannst du deine Gefühle von Wut, Verwirrung, Traurigkeit usw. in etwas Positives/Interessantes umwandeln. Auch wenn du es für unbedeutend hältst.

Und wenn du das nächste Mal in einen Wald gehst, denk an die Komplexität jenseits dessen, was du sehen kannst. Die Augen können einen Teil der Wirklichkeit wahrnehmen, aber um diese Sinnesreize zu verstehen, brauchst du dein Gehirn. Um es in Tios Worten auszudrücken: „Du siehst die Welt nicht, du denkst die Welt“. Und je mehr wir über die Welt wissen, desto mehr kann unser Gehirn mit der Realität synchronisiert sein, damit wir besser verstehen, was es bedeutet, Mensch zu sein und unsere Gedanken und Taten darauf auszurichten.

Viel Liebe
Aaron

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.