Ausgepowert

Ich fühle mich erschöpft und werde eine Pause von TROM und meinen Projekten machen.

So groß meine Leidenschaft für TROM ist, so groß ist auch der Druck den ich mir selbst mache.

TROM ist das relevanteste Projekt für soziale Veränderung, dass mir in meinem Leben über den Weg gelaufen ist (und wonach ich mehr oder weniger mein Leben lang gesucht habe). Deswegen spüre ich so eine große Verantwortung, für TROM zu arbeiten, es zu verbreiten, die Ideen zu teilen. Aber ich kann nicht mehr und meine Batterien sind leer.

Der Anfang

Vor ziemlich genau 2 Jahren hat alles angefangen. Im Herbst 2017 hab ich die TROM-Doku geschaut, die Bücher gelesen und direkt angefangen, mit dem Wissen eigene Artikel zu schreiben. Nach ein paar Versuchen und Veröffentlichungen von ein paar Artikeln auf meiner Website (damals noch weltverstehen.net) wurde mir klar, dass ich die Ideen niemals so präzise, ausführlich und einfach vermitteln kann, deswegen: warum nicht einfach die Bücher übersetzen, wenn ich sowieso schon Teile davon herauskopiere?

Gedacht, getan. “Das Geldspiel und darüber hinaus” ist online. Es hat nicht zu lange gedauert, da ich gar nicht etwas anderes machen konnte, als das Buch zu übersetzen. Okay, was jetzt?

Hm, weitere 38 Bücher warten nur darauf übersetzt zu werden …

Es ist vielleicht für manche nicht einfach, sich vorzustellen, sich etwas völlig hinzugeben. 100% für etwas zu geben, als gäbe es keinen Morgen, nicht für Geld, Macht oder Ruhm, sondern einfach, weil ich es gerne mache, weil ich es wichtig finde. Kopfhörer ins Ohr, Musik an und in den ‘Flow’ – völlig gegensätzlich zu dem, was alle anderen machen.

Ich fühle mich gut. Lebendig. Es gibt mir Sinn. Aber aus meinem Umfeld gibt es immer wieder Stimmen: “Damit verdienst du ja gar nichts”, “Willst du nicht lieber zuerst eine Ausbildung oder ein Studium machen” und ähnliches.

So übersetzte ich ein Buch nach dem anderen, egal was alle anderen sagen. 2 Jahre später und es gibt nur noch 1 Buch, das ich noch nicht übersetzt habe. Das Buch über Sprache, 600 Seiten lang.

Heute

2 Jahre lang habe ich jeden Tag für TROM gearbeitet und vor dem Computer gesessen. Jetzt gibt es die TROMsite auf Deutsch. Seit meinem Umzug nach Spanien hat sich allerdings einiges verändert, nämlich den Freiraum zu haben, kreativ zu sein und ‘mein eigenes Ding’ zu machen.

Damit komme ich im Moment einfach nicht zu recht. Dadurch, dass ich mit Tio zusammenlebe und ihn jeden Tag fast nur vor dem Computer sehe, mache ich mir selbst den Druck auch ‘etwas zu tun’. Irgendetwas. Die handelsfrei-Website – ins Deutsche übersetzt. tromjaro.com/de – auch übersetzt. Deepcards.org – ist online. Das neue Buch “Unterhaltung für Gewinn” – fertig. Aaron’s Perspektive – die ersten Videos sind gemacht. Videos auf Englisch, wie man TROM Zeug übersetzt – done. Neues Videobuch “Bildung neu denken” – jetzt auf der neuen tromsite.de. Kuratierte Nachrichten + Videos – unter Beobachtung usw.

Es war in letzter Zeit einfach sehr sehr intensiv. Die letzten 2 Jahre waren allgemein sehr sehr intensiv. Auch natürlich mit einer Menge Stress verbunden und dann kommt noch der Punkt Geld hinzu.

Ich überlege gerade, mit Seb im Winter 3 Monate in der Schweiz zu arbeiten, um Geld zu verdienen und wir haben schon Bewerbungen geschickt und Telefonate geführt. Was mich so stresst ist nicht die Tatsache, sich um einen Job zu kümmern und 3 Monate zu arbeiten. Sondern den Freiraum zu haben, kreativ zu sein und ‘mein eigenes Ding’ zu machen. Ich wusste immer genau, was getan werden muss. Übersetzen ist jetzt kein leichtes, aber auch nicht allzu schwer. Zeit zu haben und sie mit etwas zu füllen, sodass am Schluss etwas Relevantes und Bedeutsames für die Menschheit herauskommt und mir auch noch Spaß macht, dagegen schon. Es ist einfach ungewohnt für mich. Ich bin ein freundlicher Mensch, der gerne anderen zuhört und hilft, aber eigene Videos machen, die die Ursache der meisten Probleme erklären?

Vor allem mach ich mir selber Druck, weil ich denke: “Aaron, du weißt, was die Ursache der meisten Probleme ist und musst das unbedingt weitererzählen, weil es so wichtig ist und jeder Mensch das verstehen muss.

Um Menschen aber nicht abzuschrecken, musst du die Videos ‘cool’ machen und Drohnenausschnitte hinzufügen, Hintergrundmusik und coole Shots machen. Außerdem müssen die Videos ‘krass’ sein, damit die Menschen nicht gleich wegklicken und weiterschauen. Und das Thumbnail und der Titel müssen auch krass sein, damit die Menschen die Videos erst mal anklicken. Und dann musst du sie mit ein paar Menschen teilen. Und dann musst du weitere Videos machen, weil du dazu in der Lage bist und das machen kannst. Kleine Kinder in Nepal müssen auf dem Bau arbeiten und Steine schleppen, aber du hast den Freiraum kreativ zu sein und ‘dein eigenes Ding’ zu machen. Also mach etwas. Egal was, aber mach etwas. Irgendetwas.”

Fuuuuuuuuck. Das halt ich nicht aus. Ich kann einfach nicht. Es ist zu viel…

Sei stark, sagt Tio manchmal. Aber es ist okay, nicht stark zu sein. Es ist okay zu weinen. Es ist okay, Gefühle zuzulassen.

Mit Seb und Sofie hab ich die letzten Tage viel geredet und das hilft mir sehr. Ich bin so unglaublich froh, die Beiden kennengelernt zu haben.

Ultimativ geht es darum, einen Lebensstil zu entwickeln, der dir Spaß macht. Einen Lebensstil, mit dem du in unserer handelsbasierten Welt überleben kannst. Und einen Lebensstil, mit dem du anderen Menschen hilfst und glücklich bist. Das kann alles sein. Tischler, Surflehrer, Gärtner, Arzt, was auch immer.

1/3 arbeiten, um Geld zu verdienen, 1/3 freiwillig arbeiten, um in die handelsfrei-Richtung etwas zu tun und 1/3 das Leben genießen, um Spaß zu haben (denn wir alle haben nur eins), hört sich nach einer guten Balance für mich an. Wer weiß, was in Zukunft passiert. Das bringt mich zum nächsten Punkt, denn was soll ich in Zukunft tun? Doch noch ein Studium, oder eine Ausbildung oder nochmal reisen?

In den letzten 2 Jahren habe ich vor allem freiwillig gearbeitet, deswegen werden in nächster Zeit die anderen beiden Aspekte wichtiger sein. Ich kann nicht die ganze Welt verändern und das ist wahrscheinlich ein sehr wichtiger Punkt, den ich lernen muss. Keine Erwartungen zu haben.

Ich bin froh, dass ich keine gesundheitlichen Probleme habe und dass ich genug zu essen und trinken habe. tromsite.de ist natürlich weiterhin online und ich werde die Seite managen. Das war seit Anfang an mein Ziel…

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